Schoenberg's Pierrot Lunaire @ LSU

Multimedia Performance of Schoenberg's Pierrot Lunaire

March 30, 2014 - 3:00pm

Recital Hall - School of Music
Louisiana State University

 

With Patricia O'Neill (voice), Espen Lilleslatten (vln+vla), Dennis Parker (cello), Michael Gurt (piano), Deborah Chodacki (clarinets), Rachel Ciraldo (flute) and Raúl Gómez (conductor). The performance will include videos created by Professor Richard Doubleday and students from the LSU School of Art. Dr. David Smyth will give an introductory lecture about the work.

Pierrot Resources

Score read-along video (Christine Schäfer with Pierre Boulez and the EIC)
Part I
Part II
Part III
Text in German

[21 Poems selected from Albert Giraud's Pierrot lunaire: Rondels bergamasques (50 poems). Translated and adapted into German by Otto Erich Hartleben]

​

I. TEIL

 

1. Mondestrunken

 

Den Wein, den man mit Augen trinkt,

Gießt Nachts der Mond in Wogen nieder,

Und eine Springflut überschwemmt

Den stillen Horizont.

 

Gelüste schauerlich und süß,

Durchschwimmen ohne Zahl die Fluten!

Den Wein, den man mit Augen trinkt,

Gießt Nachts der Mond in Wogen nieder.

 

Der Dichter, den die Andacht treibt,

Berauscht sich an dem heilgen Tranke,

Gen Himmel wendet er verzückt

Das Haupt und taumelnd saugt und schlürft er

Den Wein, den man mit Augen trinkt.

 

 

 

2. Colombine

 

Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen,
Blühn in den Julinachten -
O brach ich eine nur!

 

Mein banges Leid zu lindern,
Such ich am dunklen Strome
Des Mondlichts bleiche Blüten,
Die weißen Wunderrosen.

 

Gestillt war all mein Sehnen,
Dürft ich so märchenheimlich,
So selig leis - entblättern
Auf deine brauenen Haare
Des Mondlichts bleiche Blüten!

 

 

3. Der Dandy

 

Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons
Auf dem schwarzen, hochheiligen Waschtisch
Des schweigenden Dandys von Bergamo.

 

In tönender, bronzener Schale
Lacht hell die Fontaine, metallischen Klangs.
Mit einem phantastischen Lichtstrahl
Erleuchtet der Mond die krystallnen Flacons.

 

Pierrot mit dem wächsernen Antlitz
Steht sinnend und denkt: wie er heute sich schminkt?
Fort schiebt er das Rot und das Orients Grün
Und bemalt sein Gesicht in erhabenem Stil
Mit einem phantastischen Mondstrahl.

 

 

4. Eine Blasse Wäscherin

 

Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher;
Nackte, silberweiße Arme
Streckt sie nieder in die Flut.

 

Durch die Lichtung schleichen Winde,
Leis bewegen sie den Strom.
Eine blasse Wäscherin
Wäscht zur Nachtzeit bleiche Tücher.

 

Und die sanfte Magd des Himmels,
Von den Zweigen zart umschmeichelt,
Breitet auf die dunklen Wiesen
ihre lichtgewobnen Linnen -
Eine blasse Wäscherin.

 

5. Valse de Chopin

 

Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken,
Also ruht auf diesen Tönen
Ein vernichtungssüchtger Reiz.

 

Wilder Lust Accorde stören
Der Verzweiflung eisgen Traum -
Wie ein blasser Tropfen Bluts
Färbt die Lippen einer Kranken.

 

Heiß und jauchzend, süß und schmachtend,
Melancholisch düstrer Walzer,
Kommst mir nimmer aus den Sinnen!
Haftest mir an den Gedanken,
Wie ein blasser Tropfen Bluts!

 

 

6. Madonna

 

Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!
Blut aus deinen magren Brusten
Hat des Schwertes Wut vergossen.

 

Deine ewig frischen Wunden
Gleichen Augen, rot und offen.
Steig, o Mutter aller Schmerzen,
Auf den Altar meiner Verse!

 

In den abgezehrten Händen
Hältst du deines Sohnes Leiche.
Ihn zu zeigen aller Menschheit -
Doch der Blick der Menschen meidet
Dich, o Mutter aller Schmerzen!

 

 

7. Der Kranke Mond

 

Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl,
Dein Blick, so fiebernd übergroß,
Bannt mich wie fremde Melodie.

 

An unstillbarem Liebesleid
Stirbst du, an Sehnsucht, tief erstickt,
Du nächtig todeskranker Mond
Dort auf des Himmels schwarzem Pfühl.

 

Den Liebsten, der im Sinnenrausch
Gedankenlos zur Liebsten schleicht,
Belustigt deiner Strahlen Spiel -
Dein bleiches, qualgebornes Blut,
Du nächtig todeskranker Mond.

 

English Translation

© 1984 by Andrew Porter

 

 

 

 

 

PART I

 

1 Moondrunk

 

The wine that through the eyes is drunk, 

at night the moon pours down in torrents,

until a spring-flood overflows 

the silent far horizon.

 

Desires, shuddering and sweet, 

are swimming through the flood unnumbered_ 

The wine that through the eyes is drunk, 

at night the moon pours down in torrents.

 

The poet, whom devotion drives, 

grows tipsy on the sacred liquor, 

to heaven turning his enraptured gaze 

and reeling, sucks and slurps up 

the wine that through the eyes  is drunk.

 

 

 

2 Columbine

 

The moonlight’s pallid blossoms, 

the white and wondrous roses, 

bloom in July’s nights-

oh, could I pluck but one_

 

My heavy load to lighten, 

in darkling streams I search for 

the moonlight’s pallid blossoms,

the white and wondrous roses.

 

Then stilled were all my yearning,

could I, as in a fable, 

so tenderly - but scatter 

upon your brown tresses 

the moonlight’s pallid blossoms_

 

 

3 The Dandy

 

And with a fantastical light-beam

the moon sheds a light on the crystalline flask 

on the ebony, highly sacred washstand

 

of the taciturn dandy from Bergamo.

 

In sonorous, bronzen basin

laughs brightly the fountain’s metallical cry.

And with a fantastical light-beam 

the moon sheds a light on the crystalline flask.

 

Pierrot with waxen complexion 

stands musing and thinks: what makeup for today?

Rejecting the red and the orient green 

he bedizens his face in a high noble style 

and with a fantastical moonbeam. 

 

 

 

4 A Pallid Laundrymaid

 

See a pallid laundrymaid 

washing nightly faded linen;

naked, silver-whitish arms

stretching downward in the flood.

 

Through the clearing gentle breezes

lightly ruffle up the stream.

See a pallid laundrymaid

washing nightly faded linen.

 

And the tender maid of heaven,

by the branches softly fondled,

lays out on the darkling meadows 

all her linen woven of moonbeams- 

see a pallid laundrymaid.

 

5 Valse de Chopin

 

As a pallid drop of blood

stains the lips of a consumptive,

so there lurks within this music

morbid soul-destructive charm.

 

Wild accords of passion

breaking desperation’s icy dream

as a pallid drop of blood

stains the lips of a consumptive.

 

Fierce, triumphant, sweet and yearning,

melancholy sombre waltzing,

you will never leave my senses,

cling to each thought as I think it,

as a pallid drop of blood_  

 

 

6 Madonna

 

Rise, O Mother of all Sorrows,

on the altar of my verses_ 

Blood pours forth from withered bosom

where the cruel sword has pierced it.

 

And thine ever-bleeding wounds

seem like eyes, red and open.

Rise, O Mother of all Sorrows

on the alter of my verses_

 

In the torn and wasted hands

holding the Son’s holy body,

thou revealst Him to all mankind -

but the eyes of men are turned away,

O Mother of all Sorrows_

 

 

7 The Sick Moon

 

O sombre deathly-stricken moon

lying on heaven’s dusky pillow

 

your stare, so wide-eyed, feverish,

charms me, like far-off melody.

Of unappeasable pain of love

you die, of yearning, choked to death.

O sombre deathly-stricken moon

lying on heaven’s dusky pillow.

 

The lover, with his heart aflame,

who heedless goes to meet his love,

rejoices in your play of light,

your pallid, pain-begotten blood,

O sombre deathly-stricken moon.

II. TEIL

 

8. Nacht (Passacaglia)

 

Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.
Ein geschlossnes Zauberbuch,
Ruht der Horizont - verschwiegen.

 

Aus dem Qualm verlorner Tiefen
Steigt ein Duft, Erinnrung mordend!
Finstre, schwarze Reisenfalter
Töteten der Sonne Glanz.

 

Und vom Himmel erdenwärts
Senken sich mit schweren Schwingen
Unsichtbar die Ungetume
Auf die Menschenherzen nieder...
Finstre, schwarze Riesenfalter.

 

 

9. Gebet an Pierrot

 

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß - Zerfloß!

 

Schwarz weht die Flagge
Mir nun vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

 

O gieb mir wieder,
Roßarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot - mein Lachen!

 

10. Raub

 

Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes,
Schlummern in den Totenschreinen,
Drunten in den Grabgewolben.

 

Nachts, mit seinen Zechkumpanen,
Steigt Pierrot hinab - zu rauben
Rote, fürstliche Rubine,
Blutge Tropfen alten Ruhmes.

 

Doch da - strauben sich die Haare,
Bleiche Furcht bannt sie am Platze:
Durch die Finsternis - wie Augen! -
Stieren aus den Totenschreinen
Rote, fürstliche Rubine.

 

 

11. Rote Messe

 

Zu grausem Abendmahle,
Beim Blendeglanz des Goldes,
Beim Flackerschein der Kerzen,
Naht dem Altar - Pierrot!

 

Die Hand, die gottgeweihte,
Zerreißt die Priesterkleider
Zu grausem Abendmahle,
Beim Blendeglanz des Goldes.

 

Mit segnender Geberde
Zeigt er den bangen Seelen
Die triefend rote Hostie:
Sein Herz - in blutgen Fingern -
Zu grausem Abendmahle!

 

 

12. Galgenlied

 

Die dürre Dirne
Mit langem Halse
Wird seine letzte
Geliebte sein.

 

In seinem Hirne
Steckt wie ein Nagel
Die dürre Dirne
Mit langem Halse.

 

Schlank wie die Pinie,
Am Hals ein Zöpfchen -
Wollüstig wird sie
Den Schelm umhalsen,
Die dürre Dirne!

 

13. Enthauptung

 

Der Mond, ein blankes Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen,
Gespenstisch groß - dräut er hinab
Durch schmerzendunkle Nacht.

 

Pierrot irrt ohne Rast umher
Und starrt empor in Todesängsten
Zum Mond, dem blanken Türkenschwert
Auf einem schwarzen Seidenkissen.

 

Es schlottern unter ihm die Knie,
Ohnmächtig bricht er jäh zusammen.
Er wähnt: es sause strafend schon
Auf seinen Sünderhals hernieder
Der Mond, das blanke Türkenschwert.

 

14. Die Kreuze

 

Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten,
Blindgeschlagen von der Geier
Flatterndem Gespensterschwarme!

 

In den Leibern schwelgten Schwerter,
Prunkend in des Blutes Scharlach!
Heilge Kreuze sind die Verse,
Dran die Dichter stumm verbluten.

 

Tot das Haupt - erstarrt die Locken -
Fern, verweht der Lärm des Pöbels.
Langsam sinkt die Sonne nieder,
Eine rote Königskrone. -
Heilge Kreuze sind die Verse!

 

 

PART II

 

8 Night

 

Black gigantic butterflies 

have blotted out the shining sun.

Like a sorcerer’s sealed book,

the horizon sleeps in silence.

 

From the murky depths forgotten

vapours rise, to murder memory_ 

Black gigantic butterflies

have blotted out the shining sun.

 

And from heaven toward the earth,

sinking down on heavy pinions,

all unseen descend the monsters

to the hearts of men below here...

Black gigantic butterflies.

 

 

9 Prayer to Pierrot

 

Pierrot! My laughter

have I unlearnt! 

The dream of radiance

dispersed, dispersed!

 

Black waves the banner

upon the mast.

Pierrot! My laughter

have I unlearned!

 

O now return to me,

soul’s veterinarian,

Snowman of Lyric,

Your Lunar Highness,

Pierrot! - my laughter!

 

10 Theft                                   

 

Redly gleaming princely rubies,

bleeding drops of ancient glory

slumber in the dead men’s coffins,

buried in the vaults below us.

 

Nights, alone with his companions,

Pierrot descends, to plunder

redly gleaming princely rubies,

bleeding drops of ancient glory.

 

Then suddenly they’re rooted,

scared to death, hair standing straight up:

through the darkness, like eyes

staring from the dead men’s coffins - 

redly gleaming princely rubies.

 

11 Red Mass

 

To gruesome grim communion,

by blinding golden glitter,

by flickering shine of candles,

comes to the altar - Pierro_

 

His hand, to God devoted 

tears wide the priestly vestment,

At gruesome grim communion,

by blinding golden glitter.

 

He makes the sign of the cross

blessing the trembling, trembling people,

with trickling crimson wafer:

his heart in bloody fingers,

at gruesome grim communion.

 

 

12 Gallows Song

 

The haggard harlot

whose neck is scrawny

will be the last

of his mistresses.

 

And in his skull

she’ll stick like a needle,

the haggard harlot

whose neck is scrawny.

 

Slim as a pine tree,

she has a pigtail,

gaily she’ll bind it

around his neck,

the haggard harlot_

 

13 Beheading

 

The moon, a shining Turkish sword

upon a black and silken cushion,

and spectral vast hangs like a threat 

in sorrow-darkened night_

 

Pierrot restlessly roams about

and stares on high in deathly fear

at the moon, a shining Turkish sword

upon a black and silken cushion.

 

And shaking, quaking at the knees,

oh, suddenly he faints, collapses,

convinced that there comes whistling down

upon his sinful guilty neck

the moon, a shining Turkish sword.

 

14 The Crosses

 

Holy crosses are the verses

whereon poets bleed in silence,

blinded by a flock of vultures

fluttering round in spectral swarms.

In their bodies swords have feasted,

glorying in their robes of scarlet_ 

Holy crosses are the verses

whereon poets bleed in silence.

 

Dead, the head - matted the tresses - 

far and faint the noisy people.

Slowly sinks the sun in splendour,

like a crimson kingly crown.

Holy crosses are the verses.

 

III. TEIL

 

15. Heimweh

 

Lieblich klagend - ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime,
Klingts herüber: wie Pierrot so holzern,
So modern sentimental geworden.

 

Und es tönt durch seines Herzens Wüste,
Tönt gedämpft durch alle Sinne wieder,
Lieblich klagend - ein krystallnes Seufzen
Aus Italiens alter Pantomime.

 

Da vergißt Pierrot die Trauermienen!
Durch den bleichen Feuerschein des Mondes,
Durch des Lichtmeers Fluten - schweift die Sehnsucht
Kühn hinauf, empor zum Heimathimmel
Lieblich klagend - ein krystallnes Seufzen!

 

 

 

 

16. Gemeinheit

 

In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert,
Bohrt Pierrot mit Heuchlermienen,
Zärtlich - einen Schädelbohrer!

 

Darauf stopft er mit dem Daumen
Seinen echten türkischen Taback
In den blanken Kopf Cassanders,
Dessen Schrein die Luft durchzetert!

 

Dann dreht er ein Rohr von Weichsel
Hinten in die glatte Glatze
Und behäbig schmaucht und pafft er
Seinen echten türkischen Taback
Aus dem blanken Kopf Cassanders!

 

17. Parodie

 

Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar,
Sitzt die Duenna murmelnd,
Im roten Röckchen da.

 

Sie wartet in der Laube,
Sie liebt Pierrot mit Schmerzen,
Stricknadeln, blank und blinkend,
In ihrem grauen Haar.

 

Da plötzlich - horch! - ein Wispern!
Ein Windhauch kichert leise:
Der Mond, der böse Spötter,
Äfft nach mit seinen Strahlen -
Stricknadeln, blink und blank.

 

 

18. Der Mondfleck

 

Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes,
So spaziert Pierrot im lauen Abend,
Aufzusuchen Glück und Abenteuer.

Plötzlich - stört ihn was an seinem Anzug,


Er beschaut sich rings und findet richtig -
Einen weißen Fleck des hellen Mondes
Auf dem Rücken seines schwarzen Rockes.

 

Warte! denkt er: das ist so ein Gipsfleck!
Wischt und wischt, doch - bringt ihn nicht herunter!
Und so geht er, giftgeschwollen, weiter,
Reibt und reibt bis an den frühen Morgen --
Einen weißen Fleck des hellen Mondes.

 

 

 

 

 

19. Serenade

 

Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche,
Wie der Storch auf einem Beine,
Knipst er trüb ein Pizzicato.

 

Plötzlich naht Cassander - wütend
Ob des nächtgen Virtuosen -
Mit groteskem Riesenbogen
Kratzt Pierrot auf seiner Bratsche.

 

Von sich wirft er jetzt die Bratsche:
Mit der delikaten Linken
Faßt den Kahlkopf er am Kragen -
Träumend [spielt]1 er auf der Glatze
Mit groteskem Riesenbogen.

 

 

20. Heimfahrt (Barcarolle)

 

Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot;
Drauf fährt Pierrot gen Süden
Mit gutem Reisewind.

 

Der Strom summt tiefe Skalen
Und wiegt den leichten Kahn.
Der Mondstrahl ist das Ruder,
Seerose dient als Boot.

 

Nach Bergamo, zur Heimat,
Kehrt nun Pierrot zurück;
Schwach dämmert schon im Osten
Der grüne Horizont.
- Der Mondstrahl ist das Ruder.

 

 

21. O Alter Duft

 

O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder meine Sinne;
Ein närrisch Heer von Schelmerein
Durchschwirrt die leichte Luft.

 

Ein glückhaft Wünschen macht mich froh
Nach Freuden, die ich lang verachtet:
O alter Duft aus Märchenzeit,
Berauschest wieder mich!

 

All meinen Unmut gab ich preis;
Aus meinem sonnumrahmten Fenster
Beschau ich frei die liebe Welt
Und träum hinaus in selge Weiten...
O alter Duft - aus Märchenzeit!

PART III

 

15 Nostalgia

 

Sweet lamenting, like a crystal sighing,

rises from the old Italian comedy,

sadly asking: why’s Pierrot so wooden,

in the sentimental modern manner?

 

 

And it echoes through his heart’s desert

echoes mutedly through all his senses - 

sweet lamenting, like a crystal sighing

rising from the old Italian comedy.

 

 

Then Pierrot forgets his tragic manner_ 

Through the silver fiery glow of moonlight,

through a flood of radiance swells his yearning,

boldly soars on high to skies of homeland - 

sweet lamenting like a crystal sighing.

 

 

 

16 Mean Trick

 

In the gleaming skull of Cassander,

as he shrieks cries blue murder,

bores Pierrot with hypocritic kindness - 

and a cranium - borer.

 

And then presses with his finger

very genuine Turkish tobacco

in the gleaming skull of Cassander,

As he shrieks and cries blue murder_

 

Then screwing a cherry pipestem

firmly in the polished surface,

at his ease he puffs away,

puffs on his genuine Turkish tobacco

in the gleaming skull of Cassander_

 

17 Parody

 

Knitting needles, brightly twinkling,

stuck in her graying hair,

sits the Duenna mumbling,

wearing ger short red dress.

 

She’s waiting in the arbor,

she loves Pierrot with anguish.

Knitting needles, brightly twinkling,

stuck in her graying hair.

 

But sudden - hark - a whisper_ 

a wind-puff titters softly:

the moon, that cruel mocker,

in mimicking with moonbeams

knitting needles twinkling bright.

 

18 The Moonfleck

 

With a snowy fleck of shining moonlight

on the back side of his smart new frockcoat,

so sets forth Pierrot one balmy evening,

in pursuit of fortune and adventure.

 

Sudden - something’s wrong with his appearance,

he looks round and round and then he finds it - 

there’s a snowy fleck of shining moonlight

on the back side of his smart new frockcoat

 

Hang it_ thinks he: a speckle of plaster_ 

Wipes and wipes, but he can’t make it vanish_ 

On he goes, his pleasure has been poisoned,

rubs and rubs untill it’s almost morning

at a snowy fleck of shining moonlight.

 

19 Serenade

 

With a bow grotesquely monstrous 

scrapes Pierrot on his viola.

Like a stork on one leg standing

sadly plucks a pizzicato.

 

Sudden_ here’s Cassander,

raging at the night-time virtuoso.

With a bow grotesquely monstrous

scrapes Pierrot on his viola.

 

Then he throws aside viola:

 

with a delicate use of the left hand

seizes Cassander by the collar - 

dreaming plays upon his bald head

with a bow grotesquely monstrous.

 

20 Journey Homeward (Barcarolle)

 

A moonbeam is the rudder,

waterlily serves as boat,

and so Pierrot goes southward

with friendly following wind.

 

The stream hums scales beneath him

and rocks the fragile craft.

A moonbeam is the rudder,

waterlily serves as boat.

 

To Bergamo, his homeland,

at last Pierrot returns;

soft glimmers rise to eastward,

the green of the horizon.

A moonbeam is the rudder.

 

 

21 O Ancient Scent

 

O Ancient scent from fabled times,

once more you captivate my senses_ 

A merry troupe of roguish pranks

pervades the gentle air.

 

With cheerful longing I return

to pleasure I too long neglected.

O ancient scent from fabled times,

once more you captivate  me.

 

All of my gloom I’ve set aside:

and from my sun-encircled window 

I gladly view the lovely world,

and dreams go forth to greet the distance...

O ancient scent from fabled times.